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Der Lipizzaner |
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Der
Lipizzaner wurde nach dem Gestüt Lipica in Slowenien benannt, von dem
die Rasse stammt. Das Gestüt wurde 1580 von Karl II gegründet, der
neun
Hengste und 24 Stuten von der iberischen Halbinsel importierte, um ein
eindruckvolles, vorwiegend weisses Pferd für die herzoglichen Stallungen
in Graz
und den Marstall in Wien zu züchten. Die
berühmte Spanische Hofreitschule wurde 1572 gegründet, um den Adel zu
unterrichten, und wurde so genannt, da hier spanische Pferde
eingesetzt wurden. Es
gab auch Einkreuzungen mit Neapolitanern, Arabern, dänischen und
deutschen
Pferden und Vollblütern, wobei die Einführung des Vollblüters jedoch
nicht besonders erfolgreich
war. Die
Rasse des Lipizzaners wurde von sechs Stammvätern begründet, deren
Linien
noch heute existieren. Dabei handelte es sich um die folgenden Hengste: Pluto,
ein 1765 geborener Schimmel spanischer Herkunft, der vom königlich-dänischen
Gestüt erworben wurde, Conversano, ein
1767 geborener neapolitanischer Rappe, Favory, ein 1779
geborener Falbe aus dem Gestüt Kladrub,
Neapolitano, ein 1790 geborener brauner Neapolitaner, Siglavy,
ein1810 geborener weisser Araber, sowie Maestoso, ein 1819
geborener Schimmelhengst aus dem ungarischen Gestüt Mesöhegyes. Obwohl
der Lipizzaner grundsätzlich weiss sein sollte, waren bis zum 18.
Jahrhundert auch andere Fellfarben, wie Falbe, Schecke oder Brauner vertreten. Inzwischen
werden nur noch Schimmel gezüchtet, obwohl gelegentlich auch ein
Brauner vorkommt. Es ist Tradition, dass immer ein brauner Lipizzaner in
der
Spanischen Hofreitschule in Wien steht. Die
Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule werden seit 1920 im österreichischen
Piber
gezüchtet. Allerdings gibt es auch in mehr oder weniger grosse Zuchtstätten
in
Slowenien (Lipica), Kroation (Djakovo), Ungarn (Szilvasvàrad), Slowakei
(Topolcianky),
Italien (Monterotondo), Deutschland, Oesterreich, um nur einige zu
nennen. Weiterhin haben zahlreiche europäische Länder kleinere Zuchten
aufzuweisen. Der
Lipizzaner hat eine hohe Lebenserwartung, ist intelligent und erreicht
erst spät
seine volle mentale und physische Reife. Er kann selbst in einem Alter
von über
20 Jahren noch gearbeitet werden. Der
Lipizzaner ist ein ausdruckvolles, im Gesamtbild harmonisches Pferd von barockem
Typ. Sein
Kopf ist attraktiv und kann einen arabischen Einfluss aufweisen, besitzt
im
Allgemeinen jedoch die typischen Merkmale eines Spaniers. Der Hals ist muskulös
mit einem eher flachen Widerrist, einer tiefen Brust und schrägen Schultern,
weshalb die Tiere sowohl zum Reiten als auch für die Arbeit im Geschirr
geeignet sind. Der Rücken ist lang mit einer runden Hinterhand und einem
gut angesetztem Schweif. Die Beine sind muskulös und zeichnen sich gewöhnlich
durch eine kräftige Knochenstruktur aus. Der Lipizzaner erreicht ein
Stockmass von 1,53 bis 1,64 cm.
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